Werbung beim Streaming – welcher Dienst nervt am meisten?

Welches werbefinanziertes Abo unterbricht am häufigsten den Streamingspaß? Und wie lange? Wir haben es für euch getestet.

Werbung beim Streaming-Dienst Netflix
Bild: Netflix. Der Streaming-Dienst baut Werbung mittlerweile auch bei Pausierung der Inhalte ein.

Werbung bei Streaming-Diensten im Überblick

Nach über einem Jahrzehnt in einem werbefreien Streamingparadies sind die meisten Plattformen zumindest mit ihren günstigsten Abos wieder auf werbepflichtige Modelle umgestiegen. Wer davon genervt ist, kann sich nur für kostspieligere Abonnements entscheiden. Bei Live-Events lassen sich die Werbeunterbrechungen allerdings auch dann nicht ausblenden.

Wir haben aber festgestellt, dass es kleine Unterschiede bei der Anzahl und bei der Dauer der Werbeeinblendungen gibt. Wir haben die einzelnen werbefinanzierten Streaming-Abos getestet, um uns einen genauen Überblick zu verschaffen und Streamingfans hoffentlich einiges an Nerven zu ersparen.

Amazon Prime Video

  • Werbelänge: 4 bis 6 Minuten pro Stunde in Werbeblöcken von 2 30-sekündigen Spots oder einzelnen 20-30-sekündigen Spots über eine gesamte Episode verstreut
  • Werbezeitpunkt: Werbeeinblendungen vor und nach den Inhalten sowie während eines Films oder einer Serie in mehreren kurzen Werbeblöcken

Apple TV+

  • einer der wenigen Streamingdienste, die bisher keine Drittwerbung zeigen, dafür aber auch kein günstigeres Abo anbieten
  • Werbung tritt maximal in der Form von Eigenpromos für Filme und Serien oder andere Inhalte auf, die aktuell oder demnächst bei Apple TV+ zu sehen sein werden

Disney+

  • Werbelänge: Aktuell können Kunden des werbefinanzierten Abos mit 4 Minuten pro Stunde rechnen
  • Werbehäufigkeiten: 30minütige Episoden werden 1mal, 45 bis 60minütige bis zu zweimal unterbrochen

Netflix

  • Die Werbespots sind meist 15 bis 30 Sekunden lang
  • Kunden müssen mit 4 bis 5 Minuten pro Stunde rechnen
  • Neben den Werbeeinblendungen vor und nach den einzelnen Inhalten kommen abhängig von der Struktur des Contents noch 1 bis 3 Werbeblöcke hinzu, die eine Serie unterbrechen können
  • Bei Pausierung der Inhalte wird auch Werbung angezeigt

WOW

  • bei einem werbefinanzierten Abo können oft bis zu 1 Trailer für andere WOW-Inhalte, 2 Werbespots und ein Sponsorspots vor bzw. nach und während eines Inhalts gezeigt
  • der Unterschied zu anderen Streamingdiensten werden aber die Live-Sender mit der klassischen Werbung unterbrochen, die man bereits aus dem linearen TV kennt

DAZN

  • trotz der stolzen Abokosten, ist DAZN auch stark durch Werbung finanziert, insbesondere wenn es um die Basis-Nutzung geht
  • bei den kostenpflichtigen Abonnements treten die Werbespots in verringerter Anzahl auf
  • Live-Sportevents werden aber wie im linearen Fernsehen mit Werbespots befüllt, meistens während Pausen, vor und nach den jeweiligen Events (beim Fußball z. B. vor dem Anpfiff und nach dem Anpfiff sowie während der Halbzeit

Joyn

  • Joyn zeigt vor nach und während des Streamings etwa insgesamt 4 bis 6 Werbespots pro Werbeblock
  • die Länge der Werbespots beträgt etwa 6 bis 30 Sekunden
  • insgesamt kann es sich bis zu 3 Minuten pro Werbeblock handeln

RTL+

  • selbst wer ein Premium-Abo kommt es inzwischen zu Werbeunterbrechungen
  • wir konnten leider keine Regelmäßigkeiten bei der Länge und der Häufigkeit der Werbeblöcke feststellen

MagentaTV und Magenta Sport

  • bei den linearen Sendern entspricht die Werbedauer und -häufigkeit derjenigen im linearen Fernsehen
  • programmatische Werbeplätze werden zwar für On-Demand-Inhalte ausgebaut, genaue Angaben können wir zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht machen

Zattoo

  • da ist sich hauptsächlich um TV-Livestreaming handelt, sind die Werbeblöcke mit denen des linearen Fernsehens vergleichbar
  • bei den werbefinanzierten Paketen gibt es außerdem noch einmal extra Werbung beim Senderwechsel

Paramount+

  • aktuell nur wenige Minuten vergleichbar mit anderen Streamingdiensten

HBO Max

  • 2 Werbespots je 20 bis 30 Sekunden zu Beginn einer Episode; 2 Werbeunterbrechungen einer Serienepisode mit jeweils 5 Werbespots je 20 bis 30 Sekunden
  • gelegentlich werde Serien auch überhaupt nicht durch Werbung unterbrochen

Mein Fazit

Wir haben festgestellt, dass insbesondere Amazon Prime Video und Netflix mit zahlreichen Werbeblöcken unser Sehvergnügen unterbrechen. Das Problem liegt dabei nicht einmal unbedingt bei den Werbeblöcken selbst, sondern dass sich die Werbespots sehr ähneln und gelegentlich sogar dieselben immer wieder gezeigt werden. Auch wenn wir generell keine großen Fans von Werbespots sind, wäre etwas Abwechslung vielleicht angenehmer.

Bei den meisten Streamingdiensten gibt es pro Stunde oder Serienepisode 2 bis 6 Minuten Werbung, die innerhalb von 1 bis 3 Werbeblöcken gestreamt werden. Diese Zahlen können von Streamingservice zu Streamingservice und auch abhängig vom Inhalt jedoch variieren. Oftmals sind die Einblendungen Sendung zu Sendung, Film zu Film, Serie zu Serie und sogar von Episode zu Episode zu unterschiedlich, um wirklich verlässliche Angaben über die Regelmäßigkeit der Werbeunterbrechungen zu machen.

Eines ist sicher: Die Werbeunterbrechungen sind in den meisten Fällen noch nicht so häufig und so lang wie die Werbung im linearen Privatfernsehen, die in der Regel 12 Minuten pro Stunde beträgt. Das kann sich aber noch ändern. Sollte es sich als profitabler erweisen, könnten mehr Werbespots in höherer Frequenz folgen, um entweder die Werbeeinnahmen zu erhöhen oder Kunden für ein kostspieligeres werbefreies Abo zu gewinnen.